Margit Haider-Dechant studierte von 1970 - 1976 am Bruckner-Konservatorium (Linz) bei Professor Nikolaus Wiplinger Klavier. Im Rahmen dieses Studiums erhielt sie ein Bösendorfer-Stipendium. Sie schloss das folgende Konzertfach-Studium am Mozarteum (Salzburg) bei Professor Peter Lang mit dem Großen Konzertdiplom ab.

Protrait von Dr. Margit Haider-Dechant
Photo: Christine de Grancy

Es folgten weitere Studien bei Leonard Hokanson in Frankfurt/Main und Vitalij Margulis in Freiburg/Breisgau. 2005 wurde sie als Universitätsprofessorin für Klavier an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz habilitiert. Im Dezember 2008 legte Margit Haider-Dechant ihre Dissertation mit dem Titel „Joseph Woelfl-Werkverzeichnis“ vor und wurde im März 2009 mit Auszeichnung zum Doktor der Philosophie promoviert.

1998 wurde Margit Haider-Dechant zum Ehrenmitglied des Richard-Wagner-Verbandes Barcelona ernannt. Im Jahre 2000 wurde ihr die Ehrenprofessur der Russischen Föderation zuerkannt. Von 2001-2002 nahm sie eine Gastprofessor an der Mahidol-Universität in Bangkok wahr. Sie leitete bis zu ihrer Emeritierung 2014 an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz eine Konzertfachklasse für Klavier. Unter ihren Schülern befinden sich zahlreiche Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe.

Margit Haider-Dechant absolvierte zahlreiche Konzerte weltweit. Ihre Auftritte wurden von Rundfunk-und Fernsehstationen aufgezeichnet, unter anderem vom ORF und vom Bayerischen Rundfunk. Sie spielte zahlreiche  CDs ein, unter anderem für die größte japanische Schallplattenfirma Fontec. Die Veröffentlichung der CD „Wagner für Tasten“ führte zu einer Einladung von Wolfgang Wagner zu einem Konzert in die Villa Wahnfried nach Bayreuth.

Ihr Konzertrepertoire reicht vom Barock bis zur Moderne. Sie präsentiert historische Musik, wenn möglich, auf historischen Instrumenten. Besondere Vorliebe hegt sie für die Virtuosenliteratur des 19. Jahrhunderts, u.a. Charles-Valentin Alkan, Erik Satie, Groupe des Six, Olivier Messiaen und die österreichische Moderne. Besondere Höhepunkte ihrer Konzerttätigkeit sind die erste öffentliche Aufführung des bis dahin als unspielbar geltenden „Concert sans orchestre“ Op. 39 von Alkan anlässlich des „Festival Alkan“ 1990 in Paris und die Uraufführung des Klavierkonzerts No. 6 von Ludwig van Beethoven in dessen Heimatstadt Bonn.

2011 gründete sie mit anderen Musikern und Musikwissenschaftlern die Internationale Joseph Woelfl Gesellschaft (IJWG), deren Präsidentin sie heute ist.

Am 25. Juni 2015 wurde sie mit Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet.

Veröffentlichungen (Print)

„Erik Satie – Nur ein Exzentriker“, in: Beiträge zu Kunst und Kultur, Querstand I, ConBrio Verlagsges., Linz 2005

„Die Klaviermusik der Groupe des Six“, in: Beiträge zu Kunst und Kultur, Querstand II, ConBrio Verlagsges., Linz 2006

„Die Klaviermusik der Groupe des Six“, 2. Auflage, APOLLON-Musikoffizin, 2013

„Wolfgang Amadeus Mozart als Lehrer“, in: Wiener Figaro, 63./12. Jahrgang, Wien 2006

„Joseph Woelfl“, in: MGG - Musik in Geschichte und Gegenwart, Kassel 22007

„Joseph Woelfl – Verzeichnis seiner Werke“: 540 Seiten, leinengebunden mit Goldschnitt, Auflistung von 620 Kompositionen Joseph Woelfls, Einfügung von Briefen, Kritiken, Konzertankündigungen, etc., APOLLON-Musikoffizin Wien 2012, ab 2013: APOLLON-Musikoffizin OHG Bonn

„Joseph Woelfl en Paris“, in: Joseph Woelfl-Almanach 2012/2013, APOLLON-Musikoffizin OHG Bonn

„Joseph Woelfls Sonate Non plus ultra Op. 41“, in Joseph Woelfl-Almanach 2012/2013, APOLLON-Musikoffizin OHG Bonn

„Joseph Woelfls Salzburger Jahre“, in: Salzburgs Musikgeschichte im Zeichen des Provinzialismus? Die ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts. Hollitzer Wissenschaftsverlag, Wien 2014

„Practical School for the Piano Forte Vol. I, II Op. 56. Joseph Woelfls Klavierschule als Konsequenz der didaktischen Aufarbeitungen der pianistischen Fragen des 18. Jahrhunderts“ in: Joseph Woelfl-Almanach 2015, APOLLON-Musikoffizin OHG, Bonn

Herausgabe von Werken bei APOLLON-Musikoffizin OHG Bonn

Anton Eberl

Sonate in g-moll Op. 39

Zwei Polonaisen in D-Dur und B-Dur für Klavier zu vier Händen

Joh. N. Hummel

Rondò quasi una Fantasia

Roser de Reiter, Franz de Paula

Ouvertüre aus dem Melodram „Die Höhle von Soncha“ oder „Die 40 Räuber“

Joseph Woelfl

Trio Op. 5 Nr. 1 in G-Dur für Vl, Vc und Klavier

Trois Sonates pour le Piano Forte avec Accompagnement d’un Violon composées sur des Idées prises de l’Oratoire de J. Haydn „La Création“ Op. 14

Trio Op. 23 Nr. 3 in c-moll für Vl, Vc und Klavier

Sonate in D-Dur Op. 28a für Klavier und Violine

3 Sonaten Op. 28b für Klavier Solo

Sonate in F-Dur Op. 41 “Non plus Ultra” für Klavier

Sonate Op. 50 „Le Diable a Quatre“ für Klavier Solo

3 Sonaten Op. 55 für Klavier Solo

Practical School for the Piano Forte Vol. I, II Op. 56

Sonate in E-Dur Op. 67 für Violine und Klavier

Concerto da Camera pour le Piano Forte avec de 2 Violons, Flûte, Viola et Violoncelle WoO 97

Veröffentlichungen (digital, CD‘s)

Wagner für Tasten, APOLLON-Musikoffizin CI 20.006

Mozarts Schüler, APOLLON-Musikoffizin CI 20.007

Maria Infiesta: Klavierwerke und Lieder: Anna-Maria Pammer, Sopr., Margit Haider-Dechant, Kl.; APOLLON-Musikoffizin CI 20.004

E.T.A. Hoffmann: Grand Trio für Kl, Vl u. Vc mit Woelfl-Trio Salzburg, sowie die gesamte Vokalmusik, FONO, Deutschland. P.Nr. K06101964

Joseph Woelfl: Klaviertrios Op. 5 mit Woelfl-Trio Salzburg, APOLLON-Musikoffizin CI 20.005

Französische Musik für Violine und Klavier, Takaya Urakawa, Vl, Margit Haider-Dechant, Kl., APOLLON-Musikoffizin CI 20.011

Joseph Woelfl: Sonaten für Violine und Klavier Op. 14, Op. 28a, Op. 67: Takaya Urakawa Vl., Margit Haider-Dechant, Kl., APOLLON-Musikoffizin CI 20.012

Musik der Vertriebenen, Stephen Scheschareg, Bar., Margit Haider-Dechant, Kl., APOLLON-Musikoffizin CI 20.008

1. Haydn: Konzert f. Kl. u. Vl. in F-Dur Hob. XVIII:6, Takaya Urakawa, Vl, Fontec Japan

J.S. Bach: 8 Violinkonzerte, Takaya Urakawa, Vl, Albert Mayer, Oboe (Solooboist der Berliner Philharmoniker), M. H.-Dechant, Cembalo, Fontec Japan

E.L. Leitner: Lieder, Margarete Leitner, Sopran, Weinberg Records SW 010034-2

Gunter Waldek: Thirteen Ways Of Looking at Blackbird, Althea Bridges, Sopran, CD-Radio Oberösterreich

Balduin Sulzer: Sonate rhapsodique, CD Radio Oberösterreich

Veröffentlichungen (digital, LP‘s)

Balduin Sulzer: Toccata u. Miniaturen, Preiserrecords SPR 145

Balduin Sulzer: Notices for Piano, Preiserrecords SPR 218

Konzerte

Welturaufführungen

Balduin Sulzer (geb. 1932): Konzert für Klavier und Bläseroktett. Oberösterreichische Stiftskonzerte 1993, Stift Kremsmünster

Joel Diermaier (geb. 1964): „Per sonare“, Konglomerat für Blasinstrumente, Streicher und Klavier nach Alban Bergs Sonate op. 1. Festival für Zeitgenössische Musik in Nishnij-Novgorod, Russland, 2008

Arnold Schönberg-Center Wien: Österreichische EA des Klavierkonzerts, 2008

Ludwig v. Beethoven: Konzert für Klavier und Orchester in D-Dur Nr. 6, Bonn 2015

Besondere Aufführungen

„Concert sans orchestre“ Op. 39 von Alkan: Österreichische Erstaufführung 1988 (100. Todesjahr) in Wien und Linz, Erstaufführung in Frankreich 1990 in Paris und Straßbourg, weitere Erstaufführungen: 2000 in Thailand in Bangkok mit Live-Übertragung im Fernsehen; 2001 in Russland: Moskau (Tschaikowski-Konservatorium mit standing ovations auch der Professoren) und Nishnij-Novgorod.